Home / Auto / Chiptuning – einfache Leistungssteigerung fürs Fahrzeug, aber wie?

Chiptuning – einfache Leistungssteigerung fürs Fahrzeug, aber wie?

Die Leistungssteigerung mittels Chiptuning wird immer beliebter. Der Grund dafür ist, dass es auf relativ einfacher Weise möglich ist, die Motorleistung zu optimieren. Es brauchen keine mechanischen Komponenten ausgewechselt oder modifiziert zu werden. Das komplette Tuning verläuft auf elektronischem Wege. Es gibt allerdings einige wichtige Aspekte, die unbedingt beachtet werden sollten. Darauf sollte näher hingewiesen werden.

Chiptuning - einfache Leistungssteigerung fürs Fahrzeug, aber wie?

Vor der Nutzung einige Hinweise beachten

Insbesondere bei jüngeren und etwas unerfahrenen Autofahrern spielt die Leistungssteigerung des Fahrzeugs eine sehr große Rolle. Da bietet sich das Chiptuning förmlich an. Tuning-Chips sind sehr leicht und für wenig Geld im Internet zu finden. Zudem gibt es dort passende Videoanleitungen bezüglich des Einbaus. Es sollte jedoch davon abgesehen werden, sich solche günstigen Angebote zu besorgen.

Bei diesen besonders günstigen Chips passiert im besten Fall gar nichts, sodass die Leistung nicht gesteigert wird. Im schlimmsten Fall verursachen diese Chips schwerwiegende Schäden am Motor, die hohe Reparaturkosten zur Folge haben können. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich bezüglich des Chiptunings an einen erfahrenen Fachmann zu werden. Zunächst sollte jedoch geklärt werden, wie das Chiptuning überhaupt funktioniert.

So funktioniert Chip-Tuning

Zur Senkung der Produktionskosten stellen fast alle Autohersteller identische Motoren in großen Stückzahlen her. Die Steuerung der Motoren erfolgt über eine Software im Steuergerät. Damit wird seitens des Herstellers die jeweilige Motorleistung eingestellt. Darin sind viele Parameter, wie beispielsweise Einspritzmenge, Einspritzzeitpunkt, Zündzeitpunkt und vieles andere mehr, festgelegt. Besteht jetzt ein Zugriff auf diese Software, lassen sich auch die einzelnen Parameter modifizieren. Dazu stehen zwei unterschiedliche Methoden zur Wahl. Diese sind die sogenannte Kennfeldoptimierung sowie der Einbau eines zusätzlichen Tuning-Chips.

Ein zusätzlicher Tuning-Chip erhöht die Motorleistung

Bei der Montage eines zusätzlichen Tuning-Chips bleibt das Motorsteuergerät so, wie es ist. Darin werden keine Änderungen vorgenommen. Der Tuning-Chip wird einfach zwischen dem Steuergerät und dem Anschlusskabel geschaltet. Diese Methode bietet einige Vorteile. Der Einbau ist in wenigen Minuten erledigt. Dazu sind nur minimale technische Kenntnisse und handwerkliche Fähigkeiten erforderlich. Zudem lässt sich ein solcher Chip wieder schnell entfernen.

Zudem bleiben die Programme des Herstellers unberührt. Daher sind auch die Notprogramme des Motors weiterhin vorhanden. Ein solcher Tuning-Chip ist in der Lage, die Motorleistung in einem Bereich von etwa 5 bis 30 Prozent zu erhöhen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt besteht darin, dass sich aufgrund der höheren Motorleistung der Kraftstoffverbrauch verringern kann. Daher wird diese Methode mitunter auch als Eco-Tuning bezeichnet. Zu beachten ist allerdings, dass ein solcher Tuning-Chip unbedingt für das jeweilige Fahrzeugmodell geeignet sein sollte. Es gibt auch universell nutzbare Chips, die aber keinen großen Nutzen aufweisen.

Das Steuergerät umprogrammieren

Wer nicht unbedingt einen zusätzlichen Tuning-Chip einbauen möchte, kann das Steuergerät von einem Fachmann umprogrammieren lassen. Dazu sind jedoch spezielle Geräte und gute Fachkenntnisse auf diesem Gebiet erforderlich. Bei dieser Methode werden direkt im vorhandenen Steuergerät leistungsbestimmende Parameter optimiert. Daher sind mitunter deutlich bessere Ergebnisse möglich, als durch zusätzlich angebrachte Tuning-Chips. Diese Arbeit ist jedoch sehr zeitaufwendig und somit auch etwas teurer. Zudem kann ein solches Tuning nicht auf Knopfdruck wieder rückgängig gemacht werden.

Eine solche Tuning-Maßnahme kann nur ein renommierter Fachmann aus dem Tuning-Bereich durchführen. Nur er hat die erforderlichen Möglichkeiten und weiß, wie viel Leistung er zusätzlich realisieren kann. Die Motorleistung kann natürlich nicht über einen Grenzwert hinausgehen. Alle anderen Fahrzeugkomponenten müssen die erhöhte Motorleistung aushalten können. Insbesondere die Kupplung, das Getriebe sowie die komplette Bremsanlage müssen der höheren Fahrleistung standhalten. Deshalb ist diese Kennfeldoptimierung sehr anspruchsvoll.

Rechtliche Aspekte beim Chip-Tuning

Zunächst geht es um die Herstellergarantie. Wird die Motorleistung bei einem Fahrzeug erhöht, kann es durchaus möglich sein, dass der Hersteller daraufhin den Garantieanspruch nicht mehr gewährt. Daher ist es sinnvoll, im Voraus Informationen über die geplanten Maßnahmen und die Auswirkungen auf die Garantie einzuholen.

Ein weiterer Aspekt ist die Betriebserlaubnis. Es sollten immer nur Tuning-Chips eingebaut werden, die bereits eine TÜV-Abnahme aufweisen. Das ist bei vielen günstigen Modellen nicht immer der Fall. Dann erlischt durch die Leistungserhöhung die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn keine Einzelabnahme durchgeführt wird. Eine Einzelabnahme ist in der Regel deutlich teurer als die komplette Tuning-Maßnahme.

Letztendlich muss auch die Haftpflichtversicherung über die Tuning-Maßnahme in Kenntnis gesetzt werden. Wird die Benachrichtigung an die Versicherung versäumt, kann es passieren, dass bei einem Unfall der Schadensersatzanspruch verweigert wird. Werden jedoch alle diese Aspekte berücksichtigt und das Chip-Tuning von einem versierten Fachbetrieb durchgeführt, lässt sich mit dieser Methode die optimale Motorleistung bei jedem Fahrzeugmodell einstellen.

Chiptuning – einfache Leistungssteigerung fürs Fahrzeug, aber wie?
5 (100%) 1 vote